
Lübben liegt schon an der Grenze zum bekannteren und größeren Oberspreewald. Hier herrscht schon deutlich mehr Geschäftigkeit. Vom Hafen starten die Kahntouren in den Unterspreewald. Wassersportbegeisterte können hier auch ein Paddelboot für Entdeckungstouren mieten. Wer den Spreewald lieber vom Land aus erkunden will, kann von Lübben aus den Radweg nach Schlepzig nehmen.
Lübbenau und Burg sind die touristischen Hochburgen im Oberspreewald. Von beiden Orten starten in der Saison täglich die berühmten
Spreewaldkahnfahrten.
Nicht versäumen sollte man einen Besuch im
Freilandmuseum Lehde. Es ist das älteste Freilandmuseum in Brandenburg. In den drei originalgetreu wieder aufgebauten Hofanlagen aus den verschiedenen Spreewaldregionen wird sehr anschaulich die Lebensweise der sorbischen und deutschen Spreewälder von vor über 100 Jahren dargestellt. Der reizvolle Ort Lehde selbst besteht aus nur 56 Gehöften, die auf kleinen Inseln liegen. Er strahlt immer noch den ursprünglichen Zauber aus, den schon Fontane beschrieb. Am besten erreicht man Lehde von Lübbenau aus zu Fuß (etwa 30 Minuten) oder per Kahn. Da es vor Ort keine Parkplätze gibt, muss man das Auto in Lübbenau stehen lassen. Allerdings sind die meisten Gasthäuser in Lehde nur während der Saison von April bis Ende Oktober geöffnet.
Sorbenstämme waren im 6. Jahrhundert die ersten Siedler im Spreewald. Sie machten das bis dahin unwegsame Gebiet urbar und prägten die Kulturlandschaft entscheidend. Angehörige der
sorbischen Minderheit leben hier heute noch. Sie sprechen eine eigene Sprache (Sorbisch), die dem Polnischen und Tschechischen ähnlich ist. Überall sieht man hier zweisprachige, deutsch-sorbische Ortsschilder und Wegweiser. In Raddusch kann man an historischer Stelle eine originalgetreu errichtete Slawenburg aus dem 9. Jahrhundert besichtigen.
Eine Spezialität des Spreewalds sind die berühmten Spreewald Gurken, die überall an kleinen Verkaufsständen angeboten werden. Die sauer eingelegten Gurken wurden früher, vor dem Bau der Eisenbahnlinie, von den Spreewaldbauern per Kahn sogar bis nach Berlin gebracht. Ein zeitaufwändige Angelegenheit, die mehrere Tage in Anspruch nahm. Eine weitere Spezialität ist das Leinöl. Es wird traditionell zu Kartoffeln mit Quark gereicht. In Straupitz gibt es die letzte produzierende
Holländerwindmühle. Das technische Denkmal gehört zum europäischen Kulturerbe und kann besichtigt werden. Im Museumsshop kann man anschließend das in der Mühle produzierte Leinöl kaufen.